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LebensBilder Schwester Antonie
| Schwester Maria Antonie sieht mich mit lachenden Augen an und meint: "Ich habe keine Angst vorm alt werden, ich bin es schon!" Sie wurde am 3.4.1914 geboren und ist Schwester im Kloster Wernberg nahe der Stadt Villach. In diesem Kloster der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut leben zur Zeit über 60 Schwestern. Dies ist eine internationale, multikulturelle Kongregation, mit Häusern und Gemeinschaften in Afrika, Europa, Nordamerika, Südkorea und Papua Neu Guinea. Weltweit gibt es ungefähr 900 Missionsschwestern vom Kostbaren Blut. |
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Das Zusammenleben in der Gemeinschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Spiritualität und des Ordenslebens. Schwester Antonie absolvierte das Theologiestudium in Salzburg und bezeichnet sich als Spätzünder, denn sie war über 40 als sie sich für ein Leben im Kloster entschied. „Man weiß was man tut. In manchen Dingen war es einfacher, weil man drüber steht, in anderen Bereichen schwerer, denn alle die mit eingetreten sind, waren jünger. Von selbst habe ich mir nie das Kloster gewünscht. Mir ist es vorgekommen, Gott will mich im Kloster haben und da kommt man nicht aus. Wenn man aus diesem Grund ins Kloster geht, kann man durchhalten, denn es gibt Schwierigkeiten wie überall“. Schwester Antonie wirkt mit Mitte 90 noch immer jugendlich und neugierig. Auf die Frage was ihr Rezept dafür ist, meint sie: „Man soll sich nicht selber „einaltln", denn was ich nicht mehr tue, dass verlerne ich. Ich habe vor Jahren noch mit dem Computer angefangen. Jetzt wo ich meinen Laptop einer bedürftigen Familie geschenkt habe, mache ich am Computer von Schwester Andrea nur mehr die Mails“. Schwester Antonie hat in der Pension noch englisch gelernt, um die Flüchtlingskinder - denen sie nach wie vor Nachhilfeunterricht gibt - besser betreuen zu können. „Es ist wichtig, dass man immer etwas tut, sich jedoch keinen Stress macht. Vor allem viel Bewegung ist wichtig!“, meint Schwester Antonie. Sie selbst wohnt im Turm des Klosters Wernberg und sie geht viele Male am Tag die Stiegen hinauf und hinunter. „Ich mache zwar keinen extra Sport und bin beim Hinaufgehen schon viel langsamer.“ Ein Hobby von ihr ist das Lösen von Kreuzworträtseln. „ Sudoku ist mir zu trocken, die Kreuzworträtsel kommen mir interessanter vor, auch lesen tue ich gerne.“ Der Tag beginnt für Schwester Antonie im Winter um 5.30, von Ostern bis November um 4.30. Das kommt das Morgengebet – die Laudes und die Messe, danach die spirituelle Einstimmung für den Tag. Das Klosterleben richtet sich nach den kleinen Tagzeiten wie Prim, Terz, Sext und Non. Nach dem Frühstück meditiert sie oder liest die Zeitung. Nach wie vor hat sie die Bücherei des Klosters über. In dieser Klosterbibliothek gibt es keine so wertvollen Exemplare, aber sie umfasst doch einige tausend Bücher. Schwester Antonie sagt: „ Ich bin jetzt ein ziemlich freier Vogel. Ich bin zu nichts mehr verpflichtet, aber Daumendrehen wäre langweilig. Ein oder zweimal übernehme ich es abzuwaschen. Ich mache mir manchmal Tagespläne. Dann schreibe ich der Reihe nach auf, was ich erledigen will. Es ist besser, denn wenn ich es mir aufschreibe, dann passiert es eher. Man vergisst auch weniger. Was nicht heißt, dass ich jeden Tag einen fixen Plan habe.“ Im Kloster ist um 18 Uhr Vesper und um 18.30 das Abendessen. Danach geht sie mit Schwester Andrea oft ins Internet und sieht selten fern. Schwester Antonie bedauert, dass wenige junge Schwestern in den Orden eintreten. Sie glaubt: „Es wird in der Zukunft andere neue Formen geben, vielleicht in einer freieren Verbindung. Dafür gibt es schon Beispiele wie die Frauen vom Wege, die nicht in Gemeinschaft leben, jedoch gemeinsame Regeln haben.“ Für pensionist. at wird nochmals die Frage gestellt, wie man bis ins hohe Alter gesund und aktiv bleiben kann. Schwester Antonie lacht: „Wenn du den Doktor fragst, so sagt er Bewegung, Bewegung. Etwas tun ist wichtig! Ich mache mir keinen Stress, aber ich tue immer etwas. Ich stricke – denn im Nähen war ich nie gut. Es gibt immer junge Leute die Socken brauchen. Außerdem trinke ich in der Früh als aller Erstes einen Kräutertee. Dies tun viele Schwestern. Ohne Zucker und ohne Honig, noch vor dem Frühstück. Das tut mir gut. Manchmal trinke ich auch am Abend einen Kräutertee, aber da trinke ich nicht mehr viel, weil ich in der Nacht nicht aufstehen will. Aber viel trinken ist wichtig, Wasser oder Tee. Ich esse sehr wenig Fleisch. Ich habe mich nie ums Fleisch gerissen und dann auch gehört, dass Gemüse oder Obst wichtiger ist.“ Bei der Hautpflege bin ich früher, als ich noch eitler war, beim Schmieren viel fleißiger gewesen. Eine Kollegin von der Schule in der ich unterrichtete, wollte mir eine Freude machen und hat eine Mitschwester gefragt, was kann man der Antonie schenken? „Schmieren tut sie schon gern“, meinte die Mitschwester und so hatte Schwester Antonie immer gute Cremen. Wenn man sie ansieht, kann man nur sagen, das hat sich bezahlt gemacht. Am Tag vor dem Gespräch für unsere Seite pensionist. at ist Schwester Antonie für die Kinderzeitung „Regenbogen" interviewt worden. Das zeigt sehr gut wie bunt ihr LebensBild ist. Auf die Frage woher sie die Energie nimmt, sagt sie: „Die Energie dafür nehme ich aus der Freude. Was einem Freude macht, dafür bekommt man die Kraft. Die Arbeit die man für andere tut, ist gesegnet“.
pensionist.at |
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21.02.2009, 20:48 |
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21.02.2009, 19:03 |
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