Filmtipp: Hilde

In österreichischen Kinos ist der Film „HILDE“ angelaufen. Er beschreibt das Leben Hildegard Knef von 1943 bis 1966. Mir ist Knef nicht als Hilde, sondern als Hildegard Knef und vor allem als Sängerin
und Autorin des Buches „Der geschenkte Gaul“ in Erinnerung. Diese Autobiographie diente auch als Vorlage für den Film. Dargestellt wird Hilde von der Schauspielerin Heike Makatsch.

Der Film zeigt einerseits die Begabung, andererseits aber auch die Zerrissenheit der großen deutschen Künstlerin. Sie wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren und schaffte 1943 die Aufnahme in die UFA Schauspielschule. Else Bongers, die UFA Nachwuchschefin wurde zu ihrer Mentorin und auch lebenslange Beraterin. Knef trat Ende des Krieges erstmals in den Filmen „ Unter den Brücken“ und „Fahrt ins Glück“ auf. 1944 begann sie eine Affäre mit dem verheirateten Ewald von Demandowsy, dem damaligen „Reichsfilmdramaturgen“.  Der Film zeigt nicht nur das Leben von Hilde, sondern auch viel Geschichte, die Zeit des Zweiten Weltkrieges, das Kriegsende, die Zerstörung Berlins, das Elend und die Besatzung und wie die Menschen versuchen diese Zeit zu überstehen. Hilde sagt im Film „Ich habe nur gelernt zu überleben, nie zu leben!“. Hildegard Knef wird zum ersten deutschen Nachkriegsstar und sie war das Titelmädchen der ersten Ausgabe der Illustrierten Stern 1948.

Hildegard Knef heiratet 1947 den US Offizier Kurt Hirsch und sie unterschreibt Anfang 1948 einen 7 Jahresvertrag in Hollywood, der ihr zwar einen monatlichen Scheck, aber keine Rollen einbringt. Das veranlasst sie, nach Deutschland zurückzukehren und im Willi Forst Film die Rolle der „Sünderin“ anzunehmen.  Die kurze Nacktszene im Film führt zu heftigen Protesten. Dies ist heute kaum vorstellbar, denn am Burgtheater treten Romeo und Julia nackt auf. Damals führte diese Nacktszene zur Ächtung von Knef, die daraufhin nach Hollywood floh. 1952 wählten die Amerikaner Hildegard „Neff“ – so wurde sie in Amerika genannt – zur Schauspielerin mit dem größten Sex-Appeal.

Hildegard Knef war dreimal verheiratet. Wie bereits erwähnt in erster Ehe mit Kurt Hirsch. Ihren zweiten Mann, den britischen Schauspieler David Cameron lernte sie bei Dreharbeiten kennen. Mit ihm war sie von 1962 bis 1976 verheiratet und aus dieser Ehe stammt ihre Tochter „Tina“. In dritter Ehe war die Knef seit 1977 bis zu ihrem Tod 2002 mit dem 15 Jahre jüngeren Paul von Schnell verheiratet, der aus einer  österreich-ungarischen Adelsfamilie stammt.

Den Zenit ihrer Filmkarriere hatte die Knef Ende der 50iger Jahre bereits überschritten. Anfang der 60iger startete die Knef ihre Zweitkarriere als Sängerin. 1963 kam ihre erste LP mit „So oder so ist das Leben“ heraus. Mit ihren eigenen Liedertexten landete sie als „Sängerin ohne Stimme“ einen gewaltigen Erfolg.

Der Film endet hier. Wer mehr von Hildegard Knef wissen will, sollte ihre Autobiographie „der geschenkte Gaul“ lesen, die in 17 Sprachen übersetzt wurde und 1970 auf Platz 1 der Spiegel Bestseller landete. In ihrem Buch Das „Urteil“ setzte sich die Knef mit ihrer Krebserkrankung auseinander. Diese Buch schaffte es auf Platz 2. der US Bestsellerliste 1976.

Ihre Lieder „So oder so ist das Leben, so oder so ist es gut, so wie das Meer ist das Leben,
ewige Ebbe und Flut“ oder auch „Für mich solls rote Rosen regnen“ können Sie sich unter YouTube ansehen und anhören.

Den Film Hilde sollte man sich ansehen und wird von pensionist.at empfohlen.

pensionist.at



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