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Kärnten - Der Faaker See, Verlandungsvegetation und Moorentwässerung
| Der FAAKER SEE liegt in einer breiten Talung, die als Fortsetzung des Gailtales bezeichnet werden kann. Noch während des jüngeren Pleistozäns dürfte hier die Gail geflossen wein. Vielleicht haben sie erst die großen, jungen Schwemmkegel der Karawankenbäche, die in die Talfurche gewaltige Schuttmassen geschüttet haben, verdrängt, und sie wendet sich nun in einem auffallenden Fluss-Knie bei Müllern nach Norden in das Gebiet von Villach. |
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So fließen in der breiten Talung nur kleine Bäche, darunter der Abfluss des Faaker Sees. In dieser Talung liegt der Faaker See, mit einer Fläche von 2,35 km² und 29,5 m Tiefe der fünft größte See Kärntens.
Der Faaker See ist als kalkalpiner See zu bezeichnen. Der Bach bringt feinsten Kalkstaub in den See, der lange im Wasser schwebt. Dadurch erklärt sich die leuchtende, türkisblaue Farbe des Wassers, er ist einer der schönst gefärbten Seen Kärntens.
Der See verlandete somit relativ rasch von Westen und Osten, und während er nach dem Schwinden der eiszeitlichen Gletscher eine westostgestreckte Gestalt hatte, so ist heute seine Ausdehnung von Nord nach Süd bedeutend größer.
Moore sind vegetationsbedeckte Lagerstätten von Torfen, d. h. von mineralarmen Humusansammlungen, die zumindest während ihrer Entstehung wasserdurchtränkt waren und aus Mangel an Sauerstoff nicht stärker zersetzt werden konnten. Diese organischen Restmassen stammen entweder von den heutigen Pflanzengesellschaften oder von früheren Vegetationsstadien, die bei der Verlandung von Gewässern oder bei der allmählichen Versumpfung mineralischer Böden vorangingen. Man unterscheidet Nieder- oder Flachmoore und Hochmoore. Die Oberfläche eines Nieder- oder Flachmoores folgt derjenigen des Grundwassers, ist also im Großen und Ganzen horizontal. Das Hochmoor wölbt sich mehr oder minder deutlich über seine Umgebung empor und schafft sich einen „mooreigenen“ Wasserspiegel. Sie bilden sich dadurch, dass gewisse Torfmoosarten, Sphagnum, in großen, schwammigen Polstern über das allgemeine Grundwasserniveau emporwuchern. Moorentwässerung
Sinn und Zweck jeder Moorentwässerung ist das Absenken des Grundwasserspiegels, um die Bodenverhältnisse zu ändern und so anderen Pflanzen, vor allem den Kulturpflanzen, die entsprechenden Lebensbedingungen zu bieten. In den meisten Fällen reicht der Erfolg der Entwässerung kaum zwei Jahrzehnte aus, und dann muss wieder neu entwässert werden. Die Ursache liegt darin, dass durch das Absenken des Grundwasserspiegels die im Moor gelagerten organischen Massen, die bis zur Entwässerung durch das Wasser von der Luft abgeschlossen waren, durch Luftzutritt abgebaut werden. Es kommt zu einer Art „Verbrennung“, die mit der vollständigen Mineralisierung der Nährstoffe endet. Durch den Bodenabbau sackt der nunmehr der Luft ausgesetzte Teil des Moores immer mehr zusammen, und es verringert sich dadurch von Jahr zu Jahr der Abstand zwischen der Lage der Drainröhre oder der Sohle des Entwässerungsgrabens zur Oberfläche mehr und mehr. Der Bodenschwund kann in den ersten Jahren im Jahr fünf Zentimeter und mehr betragen. Es verlangsamt sich dann immer mehr, je mehr der Abstand zwischen dem Grundwasser und der Oberfläche abnimmt. Die Stärke des Bodenschwundes ist weitgehend auch vom Klima abhängig. Je maritimer, also je feuchter ein Klima ist, desto langsamer ist der Bodenschwund. Umgekehrt, je kontinentaler, also je trockener, desto schneller erfolgt die Sackung des Moores. Dadurch wird der Lebensraum der Kulturpflanzen, der nur bis in die Nähe des Grundwassers reicht, immer kleiner und die Konkurrenzkraft der Kulturpflanzen gegenüber den Moorpflanzen immer geringer. Erfolgt keine neue Entwässerung, dann bleiben bald die Moorpflanzen Sieger. Abgesehen von den hohen Kosten einer neuerlichen Entwässerung hat die Moorentwässerung aber auch noch andere Folgen. Außer der Zerstörung der Moorvegetation und des Lebensraumes für viele Tiere bedeutet eine Entwässerung immer eine Mobilisierung von vielen Nährstoffen aus Jahrtausenden. Diese Nährstoffe werden aber nur teilweise von den Kulturpflanzen aufgenommen, der Rest wird sehr rasch ausgewaschen. Wie SAMPL 1972 für das Entwässerungsgebiet der Bleistatt, das im Einzugsgebiet des Ossiacher Sees liegt, nachweisen konnte, stammen 12 Prozent des Phosphors, der jährlich dem See zugeführt wird, aus dem Entwässerungsgebiet. Dies bedeute, dass dem Ossiacher See, aich nach Fertigstellung der Kanalisation, die alle häuslichen und Industrie-Abwässer aus dem Einzugsgebiet dem See fernhalten soll, immer noch zu viele Nährstoffe in den See gelangen und dass Maßnahmen notwendig sein werden, diese Nährstoffe unschädlich zu machen. Eine rechtzeitige Erklärung des Bleistätter Moores zum Naturschutzgebiet und dadurch Erhaltung des Lebensraumes Moor für viele seltenen Pflanzen und Tiere, darunter auch der in Kärnten schon seltenen Wassernuß, Trapa natans, wäre billiger gewesen. Moorentwässerungen beeinflussen aber auch sehr oft den Wasserhaushalt der Landschaft sehr nachteilig. Durch die Entwässerung kann der Grundwasserspiegel in der Umgebung um mehrere Meter abgesenkt werden. Nicht entwässerte Moore sind ideale Wasserspeicher. Diese Beispiele zeigen sehr deutlich, dass der Schutz des Lebensraumes von seltenen Pflanzen und Tieren auch Schutz des Lebensraumes des Menschen ist. |
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