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Fernweh und Reiselust: Iran
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Ausflug in die Stadt Laft auf der Insel Queshm. Mein Fernweh trieb mich diesmal auf die Insel Queshm nach Laft. Das kleine Dorf Laft liegt ungefähr eine Stunde Autofahrt von der Stadt Qeshm entfernt. Die Stadt Qeshm liegt auf der gleichnamigen iranischen Insel, von welcher man über den persischen Golf auf den Oman sehen kann. |
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Ich war sofort fasziniert von dem kleinen Städtchen Laft mit den Lehmhäusern und den weiß gestrichenen Windtürmen, die der Luftkühlung im heißen Sommer dienen. Nachdem wir auf eine Anhöhe stiegen, von wo sich ein wunderschöner Anblick auf die Stadt und den türkisen persischen Golf bot, ging es mit einem alten Holzboot zu den unberührten Mangrovenwäldern. Dort stapften wir über eine Stunde im Schlamm zwischen den Mangroven herum, was manchmal aufgrund der unzähligen kleinen Triebe, die aus dem Schlammboden hervorstießen, gar nicht so leicht war. Zurück zum hübschen Fischerdorf Laft, vorbei an wunderschön mit Farben verzierten, holzgeschnitzten Booten, ließen wir es uns nicht nehmen, nochmals durch die Gegend zu schlendern. Da gerade ein Feiertag war, der Taxifahrer sagte immer „Christmas“, waren die Bewohner von Laft festlich gekleidet. Die Frauen zeigten sich in bunt-glitzernden Tüchern, die Männer mit neuen Hemden und geputzten Schuhen. Wie auch in Qeshm gab es hier unzählige Motorräder, wo manchmal bis zu drei Männer oder Männer mit ihren Frauen oder mit kleinen Kindern durch die engen Gassen brausten. Auch Burschen, die aussahen als wären sie nicht älter als 10 Jahre, fuhren schon mit den Motorrädern. Ich glaube, dass sobald ihre Beine die Pedale erreichen, gelten sie hier als groß genug um ein Motorrad zu fahren. Als wir durch die Gassen von Laft spazierten, grüßte ich ein junges, bunt gekleidetes Mädchen, das vor ihrem Haus stand. Wir schauten uns an und grüßten uns. Sie schien erfreut zu sein uns entdeckt zu haben. Sie bat uns in das Haus, in dem sie wohnte. Wir gingen hinein und erfuhren, dass die Frau des Hauses, ihre Mutter, sechs Töchter und einen Sohn hatte. Der Vater und der Sohn waren nicht zu Hause. Die Töchter waren sichtlich aufgeregt, dass sie so exotischen Besuch bekamen. Zwei Mädchen waren um die 5, 6 Jahre alt, dann gab es drei Töchter im Teenageralter und eine ältere Tochter, die am Boden saß und ihr Baby stillte. Das Haus war einfach eingerichtet. Wir wurden in ein Zimmer geführt, wo wir uns auf den Teppich setzten. Gleich wurden uns Tee, Gebäck und Süßigkeiten angeboten. Natürlich wurde auch der im Iran obligatorische Obstteller mit Äpfeln, Orangen, Kiwi und kleinen Gurken serviert. Die Töchter sprachen kein Englisch und so verständigten wir uns mit ein bisschen Farsi und sehr viel Lächeln. Ein Fotoalbum wurde gebracht. Als ich mich für ein Foto interessiert, das die Frau des Hauses mit einer Gesichtsmaske zeigte, wie ich sie bei den Frauen auf den Straßen in Qeshm und hier in Laft schon öfter gesehen hatte, wurde eine Maske gebracht. Diese war aus dünnem Leder, dunkelbraun und reichte von der Stirn bis zum Mund. Die fröhlichen Mädchen reichten mir die Maske und deuteten, dass ich sie anlegen sollte und banden sie mir am Hinterkopf zu. Dann wurde mir noch ein knallrotes Kleid und eine dünne Hose mit engem Bund, der aufwendig verziert war, gebracht. Ein Mädchen half mir alles anzuzuziehen. Eine Maske wurde mir geschenkt. Ich hätte den Mädchen auch sehr gerne etwas geschenkt, doch leider hatte ich nichts bei mir, was ich ihnen geben konnte. Nach dem Ablegen der Kleidung zeigten uns die Mädchen noch den Ausblick vom Flachdach ihres Hauses. Zum Schluss machte ich noch ein letztes Foto, wie die Mädchen in der Tür standen und uns zum Abschied lachend winkten. Es war ein unvergessliches Erlebnis für mich gewesen von diesen Menschen so freundlich bewirtet zu werden und für kurze Zeit in eine völlig fremde Welt einzutauchen!
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