Fernweh: Alleine in New York Tour Teil 1 - Auf den Spuren des Broadways

Meine Damen und Herren heute lade ich Sie ein, mich auf meine Reise durch New York zu begleiten und Sie somit New York durch meine Augen zu betrachten. Ich weiß nicht, ob Sie das erste Mal in New York sind oder es zum wiederholten Mal sehen, aber wie es auch sei, diese Stadt ist immer wieder spannend. Sie bewegt einen, man liebt sie oder will sie nie mehr wieder sehen, sie lässt einen keine Ruhe, sie fordert einen ständig auf Entscheidungen zu treffen. Es ist fast so, also würde sie einen die ganze Zeit fragen: „Was willst du, ich kann dir alles bieten“ und so ist es in der Tat auch.
Time Square - (c) pensionist.at
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Sie können sich für das romantische New York entscheiden, oder für die Business-Metropole, für die schräge Künstlerszene, für einen All around the world trip innerhalb Manhattens, einfach die Touristentrampelpfade beschreiten oder aber eher die grusseligen Seiten bzw Gegenden von New York erkunden. Egal welche Entscheidung sie treffen, sie werden tolle Dinge erleben.


Aber ich nehme Sie nun auf meine New York Tour mit, einer meiner Touren, den schließlich war ich schon des Öfteren dort und so besuche ich die Touristenattraktionen eher nur selten, obwohl der Ausblick vom Empire State Building wirklich befreiend ist. Wenn man dort oben steht und die ganze Stadt liegt einem zu Füßen. Die Autos in den Straßen sehen wie kleine Match-Box Autos aus, mit denen man gerne spielen würde und die Menschenmassen, die sich durch die Straßen drängen, nimmt man plötzlich ganz anderes wahr. Es gibt keine Begrenzung dort oben und man würde gerne einfach wie ein Vogel abheben und seine Kreise über die Stadt ziehen, um dann später wieder am silbernen Gipfel von New York zu landen und sich danach wieder in einen Menschen zu verwandeln, um wieder eine andere Perspektive zu gewinnen.


Ich starte meinen Tag gewöhnlich mit einem guten Frühstück, denn Liebe geht bekanntlich durch den Magen und dies gilt nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Städten. Das Café Lola auf der Upper East Side erscheint mir heute ein guter Ausgangspunkt. Dort gibt es eine Vitrine die alle Kinderwünsche erfüllt. Alle möglichen Kuchen, hoch und niedrig, mit Bisset oder mit Fruchtstücken, deftige Schokoladenkuchen oder einfache Danish, Brownies mit allen möglichen Karamelstückchen oder Frühstücksvarianten (Viennese oder Greek etc). Hier schaue ich mir gerne alle möglichen jungen und trendigen Leute an. Am Wochenende ist es meistens sehr voll, unter der Woche geht es aber. Das Lokal erinnert mich an den Film mit Meg Ryan „E-Mail für dich“, den hier verabredet sie sich mit ihrem Blind Date und so versetzt mich der Ort gleich in eine gute Stimmung.


So nun kann die Entdeckungstour beginnen. Was tut sich so auf der Upper West Side. Ich spaziere den Broadway entlang und schaue mir auf der rechten Seite (stadteinwärts) all die kleinen Läden an. Und wie kann es anders sein, ich mache einen kurzen Ausflug zu Zabar´s. Ein Delikatessenladen. Sie haben es wahrscheinlich jetzt schon mitbekommen, aber Essen spielt in meinem Leben eine wichtige Rolle. Aber keine Angst, sie werden mit mir so viele Kilometer gehen, dass sie ruhig 4000 kcal an einem Tag verdrücken können. In meinen Touren gibt es praktisch fast nie die Erlaubnis ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen, es sei denn, es regnet. Also weiter. Das erstaunliche ist, dass die Lebensmittelketten irgendwie anders aufgebaut sind, als in Europa. Es riecht dort auch ganz anderes. In den USA wird Essen irgendwie anders präsentiert, vielleicht sehe ich das aber auch nur so. Wir gehen durch und da stehen so viele Käsesorten-Türme rum und Oliven in offenen Gefäßen und im Tiefkühlfach findet man extrem viele vorgekochte Gerichte, die aber den Eindruck erwecken, nur für den jeweiligen Tag vorbereitet worden zu sein. Unten weiter am Broadway schauen wir auch noch zu Fairway. Das ist ebenfalls ein Supermarkt und ich liebe es vor den aufgetürmten Ostkörpen zu stehen und bei all den unzähligen Kräutern vorbeizugehen und bei den Gemüsesorten. Diese sind alle so hoch gestapelt, dass wenn sie umfallen würden, sie einen auf den Kopf regnen würden.


Naja aber genug der Nahrungsmittel, jetzt geht es weiter. Ein Stückchen weiter unten am Broadway vor der U-Bahnstation auf der 72sten Straße setze ich mich gerne ein paar Minuten hin und beobachte die oftmals gestressten oder zumindest irgendwohin eilenden Menschen. Das schöne in New York ist, dass es eigentlich überall so kleine Blumen/Ausruhinseln gibt, man muss sie nur kennen.


Aber weiter geht’s. Der Broadway führt uns weiter unten auf der 59sten Straße zur Metropolitan Opera und hier verweile ich meistens auf dem Brunnen vor der Met sitzend und schaue mir die überdimensionalen Bilder von Chagall an, die man durch die Fenster der Met auch von der Straße bewundern darf.

Dem Broadway folgend stehe ich nachdem ich mich vom Anblick Chagalls wegreißen hab können, irgendwann nachdem ich den Columbus Circle hinter mir gelassen habe in Midtown und später dann am Times Square. Diesen Platz kennen in der westlichen Kultur wohl die meisten Menschen, wenn auch viele vielleicht nur von Fotos. Wenn man dort steht, hat man immer wieder ein ganz eigenes Gefühl. Die ganzen Touristen und die überdimensionalen Plakate und Werbungen für die Shows, die auf die Menschen herabsehen und sie beinahe zu erschlagen drohen. Jedes Theater scheint wie eine Fleischfressende Pflanze zu sein, die ihren Schlund öffnet und sobald man dort ist, sofort zuschnappt und einen Gefangen nimmt. Und dieser Wettstreit der Fleischfressenden Pflanzen ist immer wieder schön zu beobachten. Andererseits gibt es wohl wenige Plätze auf der Welt wo einem Werbung so konzentriert präsent wird wie hier. Ich liebe diesen Platz. Im Mariott könnte ich  oben im Café einen schönen Ausblick auf die Stadt erhaschen, aber dafür ist es noch zu früh, denn dieses öffnet erst um 17 Uhr.

Aber weiter geht es den Broadway entlang. Am Herald Square auf der 34sten Straße gäbe es nun theoretisch zwei Möglichkeiten. Links abbiegend auf der 34sten Straße kommt man zum Empire State Building, rechts abbiegend zu Macy´s. Ersteres muss man unbedingt zumindest einmal gesehen haben, beim letzteren reicht auch eine einmalige Aufwartung aus. Dieses extrem bekannte Kaufhaus ist noch immer schön, auch wenn Macy nicht mehr verleugnen kann, dass sie schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Aufgrund des schönen Wetters siegt jedoch die Variante einfach weiter zu spazieren.


So komme ich schließlich bei der 23sten Straße an und zum dort befindlichen Madison Square Park(chen). Ein guter Platz sich hinzusetzen und wenn sich nicht gerade eine Menschenschlage vor dem Shake´s Kiosk befindet, eine gute Gelegenheit sich einen Burger und einen Shake zu holen. Ein bisschen Ausrasten wird man sich ja wohl gönnen, auch wenn es noch so viel zu sehen gibt. Im Frühling blüht hier alles so schön und die Einwohner und Touristen besiedeln jeden einzigen grünen Flecken. Man muss sich hier sein Territorium (Sitzplatz) daher zuerst einmal erobern.

Nach der kleinen Stärkung geht es weiter zum Flatiron Building. Dieses Haus hat seine ganz eigene Faszination. Was wohl in dem Köpfchen vom Architekten Burnham vorgegangen ist? Durch was wurde er tatsächlich inspiriert? Dieses Haus war einmal das höchste Gebäude der Stadt, dass kann man sich heute gar nicht mehr richtig vorstellen.

Weiter unten am Broadway kommen wir dann zum Union Square. Ein sehr bekannter Platz, den ich aber nicht wirklich als geglückt ansehe. Irgendwie verläuft sich hier alles, ohne das man hier das Gefühl hat, dass sich hier zuerst irgendwas konzentriert hätte. Naja manchmal ist ein Platz, einfach nur ein Platz.

Auf der Höhe der Bleecker Street / Broadway wird dieser für mich wieder interessant und das nicht nur, da mir dieses Viertel architektonisch sehr gut gefällt. Es beginnt dort wieder eine Aneinanderreihung von vielen Geschäften, vor allem aber für jüngere Leute. Da ich extrem neugierig bin, will ich mich dort natürlich nur ein wenig informieren. (Übrigens die Bleecker Street vor allem auf der West Side beherbergt eine ganze Reihe toller Designergeschäfte und einen sehr schönen Blumenladen. Darüber hinaus auch die aus der Serie „Sex and the City“ so bekannte Magnolia Bakery mit seinen extrem cremigen Torten und Muffins – aber diese Viertel von New York begehe ich mit Ihnen ein anderes Mal).

Auf der Höhe Prince / Broadway gibt es dann auch endlich wieder ein Delikatessengeschäft für mich, aber diesmal werde ich nur ein wenig gustieren, denn ich weiß, dass mich auf der Höhe Spring / Broadway auf der Spring Street eines meiner Lieblingslokale erwartet – das Balthazar. Zuerst schaue ich ganz kurz in die winzige Bakery mit all den Köstlichkeiten, aber dann gönne ich mir doch einen kleinen Imbiss im Restaurant. Es ist französisch anmutend und eigentlich immer voll – schön. Es ist einfach wunderbar all diese sehr oft auch schönen Menschen zu sehen oder die Managertypen, die sich mit ihrem Freund auf ein kurzes Essen dort treffen. Irgendwie reißt dieses Lokal einen ganz raus aus dem New Yorker Alltag, eine kleine Oase des Essens und der Kommunikation.

Da man nach dem Essen ein wenig ruhen soll, gehen wir noch ein Stück weiter den Broadway entlang zur Canal Street. Diese wohl allen Touristen bekannte Straße bietet alles an Taschen an – aber eben nur gefälscht. Leider sind die Fälschungen, wie soll man es sagen, meistens so offensichtlich falsch, dass es einem schon fast Weh tut (es scheint fast so, dass viele Nobelmarken sich zusammengeschlossen hätten und nur als Kuschel-Doppelpack auf den Taschen stehen können – den hier gibt es Prada Gucci Kombinationen etc.). Beeindruckend sind immer wieder die Verkaufskünste der Verkäufer. Man muss das Feilschen lieben, wenn man mit einem Verkäufer zu verhandeln beginnt. Aber so viel Power hab ich nun nach dem langen Spaziergang grad nicht mehr und so setze ich mich ausnahmsweise einmal in die U-Bahn und fahr zurück ins Hotel, so dass ich nach einem kurzen Schläfchen mir am Abend eine Broadwayshow anschauen kann.


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Blumeninsel New York - (c) pensionist.at
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