Abzocke von Pensionistin durch Nichten- und Neffentrick

Der Nichten und Neffentrick funktioniert immer noch. Leider. Ein vorläufiger
Höhepunkt dieser üblen Masche war in Kärnten zu beobachten. Es vergeht
kaum ein Tag an dem nicht zahlreiche ältere Menschen von angeblichen
Nichten oder Neffen oder auch sonstigen Bekannten angerufen und um Geld
gebeten werden.

In Villach traf es eine Mindestrentnerin die ihr gesammtes Erspartes einem
angeblichen Bekannten aus Deutschland bzw. seiner Komplizin übergeben hat.
Der angebliche Bekannte brauchte einen höheren Geldbetrag um eine
dringende Rechnung zu begleichen. Vorerst wollte er € 30.000.- ausleihen.
Die Mindestrentnerin hatte aber gar nich so viel Geld. Dann gab sich der
Bekannte auch mit ihren Ersparnissen in der Höhe von € 20.000.- zufrieden
und bemerkte so nebenbei, dass er das fehlende Geld noch anderswo
auftreiben werde. Der Bekannte kündigte telefonisch an das Geld nicht
persönlich holen zu können, weil er noch in der Bank zu tun hätte. Deshalb
werde seine Bekannte bei ihr vorbeischauen und das Geld übernehmen. Dies
geschah auch so und damit endet auch schon die Geschichte. Leider nicht
für die leidgeprüfte Frau.

In einem anderen Fall, ebenfalls in Villach, wollten die Täter von einem
Ehepaar gleich € 100.000.- zum Ankauf einer Immobilie ausleihen. Durch das
Mistrauen der Angerufenen wurde kein Geld übergeben.

Damit nicht auch Sie Opfer werden, möchten wir Sie nochmals auf den
"Nichten- und Neffentrick" aufmerksam machen und Ihnen die übliche Vorgehensweise erklären:

Diese Art sich Geld zu beschaffen ist relativ einfach. Die Täter nutzen zuweilen Vergesslichkeit und Hörbeeinträchtigungen der Opfer aus. Angerufen werden meistens Frauen mit älter klingenden Vornamen.

Der Anrufer gibt sich als Neffe oder Nichte aus und verlangt ganz ungeniert einen höheren Geldbetrag entweder zur Bezahlung einer Krankenhausrechnung, zur Begleichung einer Schadensregulierung nach einem Verkehrsunfall oder auch zum Ankauf einer günstigen Eigentumswohnung. Die Liste der Argumente ließe sich natürlich noch weiter fortsetzen. Tatsache ist jedoch, dass die Opfer selbst immer alle Informationen über die Namen der Nichten oder des Neffen preisgeben.

Vorerst wird das Opfer immer nur mit „Hallo“. angesprochen. Wenn das Opfer nun fragt wer denn am Telefon sei, beantwortet der Täter diese Frage nicht, sondern spielt den etwas Beleidigten mit den Worten „na erkennst Du mich nicht? und fordert so das Opfer zur Preisgabe der Namen von tatsächlich existierenden Nichten oder Neffen auf. Hat das Opfer nun einen real existierenden Namen genannt, behauptet der Täter sofort dieser zu sein und spielt nun den ganz Glücklichen, dass ihm nun seine Oma oder auch Tante erkannt hat.
Dann geht es erst lost. Es wird die Geschichte vom Krankenhaus oder auch Unfall vorgebracht und das Opfer aufgefordert Geld zur Verfügung zu stellen. Natürlich nur für wenige Tage oder Wochen. Dann wird die garantierte Rückgabe des geliehenen Betrages versprochen. Hat das Opfer nun das Geld bereitgestellt, man will ja einer Nichte oder einen Neffen eine Hilfestellung nicht verwehren, dann kommt eine andere Person und holt das Geld ab. Natürlich würde nun die Oma oder die Tante sofort merken, dass dies nicht die richtige Nichte oder der richtige Neffe ist. Deshalb erfolgt ein Anruf von der vermeintlichen richtigen Nichte oder des richtigen Neffen noch im Beisein des Geldabholers und bestätigt die Richtigkeit dieser Person das Geld zu übernehmen zu dürfen. Das wars dann auch. Das Geld sehen sie natürlich nie wieder.

Wenn sie so einen Anruf erhalten sollten, dann rufen sie sofort die Polizei an, die sich um die „Nichten und Neffen“ kümmern werden.

pensionist.at



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