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Kochwäsche ist seit einigen Jahren aus der Mode gekommen. Der Umwelt zuliebe waschen wir heute unsere Kleidung in der Waschmaschine bei Temperaturen von 30 oder 40 Grad Celsius. Was für die Umwelt gut ist, kann aber der Gesundheit schaden: Im handwarmen Wasser überleben viele Keime und können von einem Kleidungsstück auf andere übertragen werden. Eine eher unappetitliche Vorstellung.
Tatort Waschmaschine
Die Waschmaschine ist in Verdacht geraten für die Verbreitung verschiedener Keime bzw. Krankheiten verantwortlich zu sein. Bestimmte Erreger, wie zum Beispiel Noroviren, lieben das Milieu in der Waschmaschine bei Niedrigtemperaturen. Forscher des deutschen Robert-Koch-Instituts vermuten, dass dies ein Grund dafür sein kann, dass sich Durchfallerkrankungen, die dieses Virus auslöst, so stark verbreiten.
Auch Bakterien wie Staphylococcus aureus, der unter anderem Hautkrankheiten verursacht und Enterobakterien, die Probleme mit dem Darm bereiten, fühlen sich beim Schonwaschgang in der Waschmaschine pudelwohl.
Weiters könnte die Waschmaschine dafür (mit)verantwortlich sein, dass sich gefährliche multiresistente Keime (Bakterien, die gegen Antibiotika widerstandsfähig geworden sind) auch außerhalb von Spitälern mehr und mehr ausbreiten. Der deutsche Mikrobiologe Dr. Helmut Mucha vermutet, dass die Keime über die Kleidung in Altersheime und Privathaushalte getragen werden und auch durchs Waschen in der Waschmaschine nicht abgetötet werden.
Widerstandsfähige Keime
Studien zeigen, dass besonders viele Keime in gewaschenen Windeln und Geschirrtüchern zu finden sind. Eine regelrechte Brutstätte für Keime ist das Restwasser, dass in der leeren Maschine verbleibt. Bei der nächsten Wäsche werden diese kleinen Lebewesen dann auf die Kleidung übertragen.
Liegt die Temperatur in der Waschmaschine bei 60 Grad befinden sich nach dem Waschgang zehn- bis hundertmal weniger Keime in der Wäsche als bei 40 Grad Celsius. Allerdings verlässt die Wäsche auch bei einer Waschtemperatur von 60 Grad die Waschmaschine nicht keimfrei.
Setzt man der 60-Grad-Wäsche ein Bleichmittel zu, können die meisten Keime erfolgreich abgetötet werden, lediglich der Darmpilz Candida albicans und der Schimmelpilz Aspergillus niger, der Asthma verstärken kann, überstanden in Studien auch diese Prozedur.
Gefahr für den roten Slip
Besonders wäschefreundlich ist dieses Verfahren zudem kaum: Was für Putztücher und weiße Baumwollwäsche in Ordnung ist, zerstört farbige Dessous und Socken, die laut Etikett gerade mal für eine 30-Grad-Wäsche geeignet sind.
Durch Temperaturen unter 60 Grad in der Waschmaschine lassen sich auch die Allergien und in der Folge eventuell Asthma auslösenden Hausstaubmilben beim Sex nicht stören, so der Grazer Facharzt für Lungenkrankheiten Prim. Dr. Gert Wurzinger. Wäsche, die ein Waschen bei Temperaturen über 60 Grad Celsius nicht zulässt, könne man mit einem speziellen Waschmittelzusatz gegen Hausstaubmilben versehen und auch bei 40 Grad waschen. Allerdings löst das nicht das Problem der anderen Keime.
Hygiene in der Waschmaschine
- Gewaschene Wäsche sollte so schnell wie möglich getrocknet werden und nicht in der Waschmaschine liegen gelassen werden.
- Benutze Wäsche sollte trocken gelagert und so schnell wie möglich gewaschen werden.
- Der Behälter für die Schmutzwäsche sollte regelmäßig gereiningt werden.
- Die Waschmaschine sollte immer wieder bei mindestens 60 Grad Celsius mit einem Waschmittel versehen in Betrieb genommen werden.
- Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Haut- bzw. Darminfektionen sollten ihre Wäsche immer bei 60 Grad Celsius und höher waschen.
- Nach jedem Waschen sollte man die Waschmaschine geöffnet lassen, damit das Restwasser verdunsten kann.
Quelle: www.gesundesleben.at |