 | Collage Franzöische Mode, Modetrends, Stil
|  | (c) pensionist.at
|
Im Grunde ist der Stil sehr klassisch, einfach. Der Unterschied zu z. B. Österreich liegt allein schon in der Auswahl der einzelnen Teile. Die ständige Recherche an neuen Formen, Schnitten, Trends und Farben manifestiert sich bereits beim Zeitungsverkäufer, bei dem die Modemagazine weggehen wie warme Croissants beim Bäcker. Es ist nahezu eine gesellschaftliche Angelegenheit auf dem Laufenden zu sein, im Café über die letzten Défilés zu diskutieren, woraus einfach herausgeht, dass Frankreich seit eh und je Mode atmet, und in alle Welt ausatmet. Und neben Amour ist es die schönste Art, den rauen Grosstadtalltag zu verschönern.
Es muss nicht das zeitlos chice Chanel-Kostüm sein, um elegant zu sein, ganz und gar nicht, und offen gesagt, beschränkt sich diese Garderobe leider auf ein paar wenige Erlesene.
Um Ihnen ein gutes einfach lesbares Beispiel zu geben, starte ich mit einem absolut klasssischen Basisoutfit:
Gut sitzende Jeans, feiner grauer Wollpullover und ein gut geschnittener schwarzer oder dunkelblauer Blazer sind als Grundkombination für den Alltag schon eine gute Vorraussetzung, um heute chic zu sein, egal welcher Generation man angehört, von der 18-jährigen Schülerin, über middle-aged berufstätigen Frauen, hin zu Catherine Deneuve. Besonders gut ist dieser Stil an der ersten Dame Frankreichs abzulesen: Carla Bruni-Sarkozy.
Was dann den Unterschied dieser einfachen Jeans-Kombi zum richtigen Schick ausmacht sind oftmals einzig die dazu getragenen Accessoires, die Frisur und das Make-up. (Dies wird meine Aufgabe in den kommenden Paris Street Style Reports sein, genauer auf die einzelnen Punkte einzugehen) Jeans, Blazer, Pullover. Da kommt es nun auf die richtige Handtasche an, die passenden Schuhe, und den richtigen Schmuck, der heute eher dezent ausfällt.
Das Top-du-Top, um diesem Outfit die absolute Vornehmheit zu geben ist natürlich eine Tasche von Hérmes (entweder die Kelly- oder die Birkin Bag), Louis Vuitton, oder eben wieder einmal Chanel, alt-eingesessene französische Häuser. Wenn man keine Lust hat dafür den Hungertod zu sterben, um sich diese Taschen leisten zu können, kann auch ruhig auf erschwinglichere Marken zurückgreifen, wie es der Großteil der Pariserinnen auch tut. Doch sollte man auch nicht zu sparsam sein. Gutes Design, qualitativ hochwertiges Material und ausgezeichnete Verarbeitung haben nun einmal ihren Preis, und wirken sich nur positiv auf das IMAGE der Trägerin aus, und sind treue Begleiter über Jahre. Gerne trägt frau sogenannte CABAS, groß genug, um alles unterzubringen, was man als aktiver Mensch so braucht, Laptop, Agenda, etc.. und eventuell auch schnell getätigte Einkäufe. Sie sind aus weichem Leder, nicht ausgesteift, also auch ideal, um ins Wochenende zu fahren. Abends steigt man dann gerne auf kleinere Begleiter um.
Nun gilt es auch die passenden Schuhe zur Jeans zu finden: Die am meisten pariserische Wahl sind Ballerinas. Die Schläppchen der Tänzerinnen in Strassen tauglicher Ausführung. Nahezu jede Frau hier hat zumindest ein Paar. Es gibt sie in tausenden verschiedenen Farben, Materialien. Die beliebteste Marke, ist mit der Marke Repetto wieder mit einer französischen Firma besetzt. Doch wem Ballerinas einfach zu flach sind, trägt zu Jeans einfach hohe Schuhe, oder Stiefel.
Um die Wahl der Accessoires zu vervollständigen, sollte tief im Fundus der Schals und Tücher graben. Woll- oder Paschminaschals die lässig mehrmals um den Hals gewickelt werden. Elegante Lederhandschuhe, eine schöne Uhr, kleine passende Ohrstecker und ein Ring, et voilà: was noch fehlt ist die unumgängliche Sonnenbrille. Am besten übergroß, wie sie einst Jackie o. trug, schwarz in modernen federleichten Designs, und das Outfit ist perfekt. Wichtig: man trägt die Sonnenbrille nicht nur bei Sonneschein: man trägt sie einfach aus Gründen des Schicks, oder um sich vor der hektischen Außenwelt abzuschirmen, was in einer quirligen Großstadt auch seine Vorteile hat.
Zum Make-up und zur Frisur ist zu sagen, dass man es hier eher natürlich mag, keine zu kräftigen Farben, weder im Gesicht, noch in den Haaren. Damen tragen ihre Haare natürlich, man sieht wenige Dauerwellen, oder übermodische Haarschnitte. Lange gut gepflegte Haare oder ordentlich frisierter Pagenschnitt gehören zum Alltagsbild. Es gilt die natürliche Schönheit vornehm zu betonen, und nicht zu übertönen. Frisch und strahlend mit einem geheimnisvollen Lächeln. Eine perfekte Maniküre sind ein Muß: hier kann man ruhig, wenn es einem zu natürlich ist, in den Farbtopf greifen!
Dieses Grundmuster mag Ihnen als Leser nur allzu klassisch und ordinär erscheinen, doch ist nun einmal die Kombination aus diesen Ingredenzien und dem „JE NE SAIS QUOI“ die die Allure ausmachen. Doch ein guter Tipp: schauen Sie sich die Webseiten der beiden größten französischen Modemagazine an:
www.elle.fr/elle/mode
www.vogue.fr/mode/
und lassen Sie sich zu Ihren Looks inspirieren, Ihr Kleiderschrank gibt bestimmt schon genug Auswahl her, um äußerst chic durch die Straßen zu spazieren! Überdenken sie einfach Ihre Art, wie Sie einzelne Teile kombinieren!- und das Beste daran: eine kleine Séance im Anprobieren und Kombinieren macht sehr viel Spaß und tut der Seele gut!
MMag. Michaela Bürger / Modedesignerin Paris |