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|  | (c) pensionist.at
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Als Basis-Mode-Teil eingestuft, steht es in der Hitliste der unumgänglichen Kleidungsstücke auf der gleichen Linie, wie das weiße Hemd, das kleine Schwarze oder der Trenchcoat. Die Jeans ist so in unseren Alltag eingegangen, dass sie nahezu unsichtbar ist, man trägt sie ohne groß nachzudenken, ein sicherer Wert in der Garderobe.
Doch wenn man die letzten Défilés beobachtet, kann man sicher feststellen, dass es den Designern wirklich nicht an Einfallskraft fehlt, der Jeans Temperament und Charakter zu geben, und sie aus der Schublade gesichtsloses Basisteil herauszuholen. Jean-Paul Gaultier, Balmain, Junya Watanabe und John Galliano zeigen mit sicherer Hand, dass Jeans ein Ass in Stilfragen ist.
Woher kommt den nun der Stoff, aus dem das blaue Wunder gewebt ist?
Im Ursprung handelt es sich um einen Stoff, der von Franzosen erfunden wurde, von Engländern neu interpretiert und von den Amerikanern letztendlich in Kleider transformiert wurde. Levi Strauss, in Franken geboren, wanderte 1847 nach San Francisco aus, wo er für die Goldgräber uns Arbeiter Arbeitsbekleidung, die „Gênes“, Name einer Französischen Stadt, aus dem „Sergé de Nîmes“ (Gewebe aus dem französischen Nîmes“), kurz die Denim Jeans anfertigte.
Sie ist das Produkt einer Immigranten Kultur, und sie hat bis heute eine Platz außerhalb der Bekleidungs- und Modegeschichte, denn sie schaffte es von der simplen Arbeitsbekleidung zum Outfit von amerikanischen Kulturikonen wie John Wayne oder Madonna.
Doch bevor es zur Levi’s 501 kam, brauchte es doch noch ein paar Genieeinfälle, wie die etwa von Jacob Davies. Er ist der ein wenig vergessene Held in der Geschichte von Levi’s. Er, Immigrant aus dem Baltikum, der ein kleines Schneideratelier in Reno, Nevada führte, fertigte Arbeitshosen und einem weißen dicken Stoff, der vom Stoffhändler Levi Strauss aus San Francisco kam. Er hatte den Einfall die Arbeitsbekleidung mit Nieten zu verstärken, damit sie den harten Anforderungen der rauen Arbeit besser Stand halten. Da Davies nicht über genügend Geld verfügte, war er es auch, der es schaffte seinen Stofflieferanten Levi Strauss zu überzeugen, diese geniale Idee als Patent anzumelden. Gleichzeitig überwachte er in Zusammenarbeit mit Levis die erste Produktion der ersten Stücke, die aus braunem Zeltplanenstoff angefertigt wurden.
1872 wurden zum ersten Mal die Hosentaschen mit Nieten verstärkt, der braune Zeltplanenstoff wurde von dem mit Indigo gefärbten Sergé de Nîmes ersetzt. Um die Hose weiter zu verzieren und zu verstärken, wurden die Nähte orange und weitere Nieten wurden gesetzt. Am 20. Mai 1873 wurde die Hose patentiert, Levi Strauss und Jacob Davies waren gemeinsam die Inhaber des Patents. Der wirtschaftliche Erfolg auf einem arbeitshungrigen Kontinent, ist nur eine logische Folgerung.
In den wilden 20igern kam der Begriff der Blue Jeans auf, in den 30igern wurden die Hosenträger durch Gürtel abgelöst.
Mit dem 2. Weltkrieg und dem Einsatz amerikanische Truppen war die Jeans nun an allen Fronten vertreten und kam so nun auch nach Europa.
In den 50iger Jahren wurde für der Jugendlichen zum Symbol des Protests gegen engstirnige Tradition und Autorität. Durch Filmstars wie James Dean, John Wayne und Marlon Brando gewann sie nur mehr und mehr an Popularität. Diese Filmstars trugen maßgeblich zum Erfolg der Jeans Bild. Ihr typisches Outfit, Jeans, T-Shirt, Lederjacke, weckten in vielen die Assoziation von Freiheit, Jugendlichkeit und Sportlichkeit. Aber nicht nur die jungen Wilden griffen zur Jeans, ebenso die Intellektuellen und Künstler griffen zu Ihr. Bob Dylan, Picasso, Andy Warhol u.v.a. Der Siegeszug der Jeans in den 60iger Jahren war nahezu unumgänglich, auch wenn in diesen Jahren die Jeans in vielen Firmen und Schulen ungern gesehen, wenn nicht verboten war. Auch heute noch, hat die Jeans es noch nicht ganz geschafft, Einzug in die Büros zu halten.
Die Jeans hat natürlich auch Ihre sexuellen Aspekte. Wer kann abstreiten, dass das Bild vom unabhängigen Cowboy auf seinem Pferd in Jeans, nicht als Symbol von purer Männlichkeit und Freiheit ist. Wer denkt nicht an die eng anliegenden Jeans der Rolling Stones, an Easy Rider, Hair, Brigitte Bardot?
Heute: Die knapp an de Hüften sitzenden Jeans der heutigen Jugendkultur? Die abgezeichneten Körperformen lassen sich also nicht mehr nur erahnen, man trägt sie nach außen, im Alltag. (Gott-sei-Dank muss man sich für diesen Effekt heute nicht mehr in seiner Hose in die Badewanne setzen, Lycra macht alles möglich, vor allem Tragekomfort)
Die bekanntesten Jeansfirmen, wie Levi’s, Lee, Wrangler, Diesel, Replay, Mustang, u.a. bieten heute eine weite Palette von Jeansbekleidung an, in der sicher jeder Geschmack befriedigt wird. Auch viele Designermarken bieten ihre eigene Jeanslinie an.
Also los!- In ihrem Kleiderschrank finden sie sicher zumindest eine Jeans, und nun auf zum Kombinieren! Auf Nummer sicher, mit weißem T-Shirt und schwarzem Blazer, oder auf abendliche Ausgehlaune mit Seidenbluse und High-Heels? Wie auch immer, mit Jeans ist man dabei, ob Jeansjacke, Hose, Jeanshemd gerade auch in Zeiten wie diesen, in der die Jeans stärker als zuvor einen sicheren Wert darstellt.
MMag. Michaela Bürger |