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Wenn Ende Mai die Temperaturen steigen, freut sich der Hobby-Gärtner: Denn dann zeigen die Tomatenpflanzen ihre gelben Blüten und der Gedanke an eine reiche Ernte lässt Vorfreude aufkommen. Häufig macht jedoch ein Pilz dem Tomatenfreund einen Strich durch die Rechnung. Regnet es nämlich häufig, führt das zu ständig feuchten Tomatenblättern. Dem routinierten Tomaten- und Kartoffel-Gärtner dürfte jetzt klar sein, welche Gefahr droht: die Kraut- und Braunfäule, verursacht durch einen Pilz namens Phytophthora infestans. Diese Pilzerkrankung tritt am häufigsten an Freilandtomaten auf, gelegentlich aber auch beim Anbau im Gewächshaus.
Verbreitung des Pilzes
Die Sporen dieses Pilzes (sie dienen der Vermehrung und Verbreitung) überwintern in Saatkartoffeln. Im Mai/Juni werden sie dann durch Wind auf andere Kartoffel- (Solanum tuberosum) und Tomatenpflanzen (Solanum lycopersicum) verbreitet. Die Sporen keimen bei anhaltender Blattnässe und infizieren zunächst die Blätter, später auch Stängel und Früchte.
Typische Symptome
Typische Symptome für die Kraut- und Braunfäule an Tomatenpflanzen sind bei Befallsbeginn unscharf begrenzte, bräunliche Flecken auf den Blättern und am Stängel. Bei starker Feuchtigkeit bildet sich auf der Blattunterseite zusätzlich ein zarter, weißer Pilzrasen. Im späteren Stadium werden die Blätter schwarz und welken. Die oberen Teile der befallenen Triebe sterben ab. Auf der oberen Fruchthälfte sind ebenfalls blassbraune Stellen zu sehen.
Das können Sie zur Vorbeugung der Kraut- und Braunfäule tun:
- Pflanzen Sie Tomaten geschützt und sonnig, so dass die Blätter nach einem Regenguss immer wieder schnell abtrocknen können. Sinnvoll ist ein Dach über den Pflanzen aufzustellen (siehe Foto unten), welches von allen Seiten eine gute Belüftung zulässt.
- Sollen die Tomatenpflanzen im Beet wachsen, achten Sie unbedingt auf einen lockeren Boden ohne Staunässe, am besten eignet sich Gartenerde mit reichlich Humus und wenig Lehm- und Tonanteilen. Den Boden sollten Sie mit einem Sauzahn vorher tiefgründig lockern.
- Pflanzen Sie Tomaten und Kartoffeln jedes Jahr an einen anderen Platz im Garten und so weit wie möglich auseinander, da beide Pflanzenarten zu den Hauptwirtspflanzen des Phytophthora-Pilzes gehören.
- Der Abstand zwischen den einzelnen Tomatenpflanzen sollte zwischen 50 und 70 Zentimeter betragen, damit sie sich nicht gegenseitig berühren und infizieren können. Einzelreihen sind empfehlenswert.
- Wässern Sie die Pflanzen dicht über dem Boden und vermeiden Sie Spritzwasser auf den Blättern.
- Entfernen Sie die ältesten bodennahen Blätter bis hoch zum untersten Fruchtstand.
- Befallene Blätter und Früchte müssen sofort ausgeknipst und vernichtet werden. Auf keinen Fall dürfen die infizierten Pflanzenteile auf den Kompost, da die Sporen sehr robust und langlebig sind.
- Pflanzen Sie nur kleine Nachbarpflanzen neben die Tomaten, damit die Tomatenblätter nicht vom Wind abgeschirmt stehen.
- Für jedes Bundesland gibt es Pflanzenschutz-Warndienste, bei denen man sich telefonisch nach akuter Infektionsgefahr in der Umgebung erkundigen kann.
- Wichtig ist eine gute Hygiene. Desinfizieren Sie alle Gegenstände, die mit den Tomatenpflanzen in Berührung kommen – beispielsweise Spiralstäbe, Messer oder Gartenscheren. Zum Desinfizieren eignen sich kochendes Wasser oder ein Gasbrenner.
Tomatensorten und Fungizide
Wirklich resistente Tomatensorten gibt es nicht, auch wenn einige Sortenbezeichnungen das versprechen. Einige Züchtungen zeigen aber eine gewisse Toleranz, die einen Ausbruch der Pilzerkrankung zeitlich verzögert, so zum Beispiel die Sorten 'De Berao', 'Phantasia' und 'Philovita'. Bei vorhandenem Befall können Sie im Haus- und Kleingarten unter anderem folgende Anti-Pilzmittel (Fungizide) einsetzen: Cueva AF Tomaten-Pilzfrei, Pilz-frei Polyram WG, Obst-Pilzfrei Teldor (nur im Gewächshaus) oder Spezial-Pilzfrei Aliette.
Quelle: www.mein-schoener-garten.de
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