Streichen Sie Ihre Energie frei

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Sie fühlen sich kraftlos, Ihre Reserven nähern sich dem Nullpunkt? Es gibt Hilfe: Mit Meridian-Gymnastik lassen sich die Batterien rasch wieder aufladen. Sanftes Klopfen, Kneten, Massieren und Bewegen bringt die Energie wieder in Fluss.

Hier eine Übung zum Ausprobieren: „Haare kämmen“ – streichen Sie mit gespreizten Fingern von der Stirn über das Schädeldach hinunter bis zum Nacken. Zehn Mal wiederholen. Es prickelt angenehm und fühlt sich gut an? Fein! Denn so ganz nebenbei haben Sie, ohne es zu ahnen, auch gleich Meridian-Gymnastik gemacht und die Immunabwehr gestärkt.

Diese Blitz-Massage ist eine von Dutzenden Übungen, die so alt sind wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) selbst – mehr als 2.500 Jahre. „Die Bewegungstherapie ist in Österreich noch kaum bekannt, aber sehr leicht zu lernen und für jedermann geeignet,“ erklärt TCM-Ärztin Shi Chun Wen. „Die Asiaten üben so seit Jahrhunderten, um gesund zu bleiben oder um Beschwerden zu lindern.“

Die Bewegungen sind harmonisch, geschmeidig und nicht anstrengend aber sehr effektiv. Eine Binsenweisheit gilt auch hier: Nur regelmäßiges Üben zeigt Wirkung! Die Therapie kann bei vielerlei Beschwerden eingesetzt werden – unter anderem bei migräneartigen Kopfschmerzen, Hormonstörungen, Depressionen, Übergewicht, chronische Erkältungen oder Rückenschmerzen. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien die Wirksamkeit des sanften Asia-Workouts, das Blockaden auflöst, die Energie wieder in Fluss bringt und obendrein das Immunsystem stärkt.

Das Training für Körper, Geist und Seele beginnt mit sanftem Klopfen, Kneten und Massieren verschiedener Punkte an Füßen, Beinen, Händen, Armen. Das bringt schon einmal spürbar den Blutkreislauf auf Touren, die Muskeln lockern sich, die Gelenke werden beweglicher, das Atmen fällt plötzlich leichter. Gleichzeitig beginnen sich bestehende Energie-Blockaden zu lösen – ein willkommener Effekt, der laut Asia-Ärzten das Leben verlängert und frühzeitigem Altern vorbeugt.

Geheimnisvolle Meridiane

Wie ein gigantisches Straßennetz durchziehen sie den Körper – von den Fingerspitzen und Zehenspitzen schlängeln sie sich Arme und Beine entlang, führen über Rücken und Rumpf zum Kopf. Manchmal liegen die Meridiane dicht unter der Haut, manchmal tief im Inneren, zwischen Muskeln und Gewebe verborgen.

Nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Meridiane „Autobahnen“, auf denen die Leben spendende Energie, das Qi (ausgesprochen dschi), transportiert wird. Kommt es irgendwo auf einer der zwölf Hauptstraßen zu einer Blockade, gerät der in sich geschlossene Kreislauf langsam aber sicher außer Kontrolle.

Die Folgen sich vergleichbar mit dem Chaos, das ein harmloser Autounfall mit Blechschaden mitten in der Großstadt während der Rushhour auslöst – je länger die Wracks den Verkehr behindern, desto weiter reicht der Stau zurück und verstopft auch die umliegenden Straßen.

Hat sich eine Störung eingenistet und bleibt unentdeckt, wirkt sie sich im Lauf der folgenden Tage, Wochen und Monate immer stärker auf das komplette System aus, der Mensch wird krank.

Was genau bringt die Balance aus dem Gleichgewicht? Die Ursachen sind zahlreich und von Mensch zu Mensch verschieden: Bei dem einen sind es emotionaler Stress oder Ärger, Frust, beim anderen zuviel oder falsche Ernährung oder Trinken, keine oder falsche Bewegung und und und...

Um diese Staus zu vermeiden, empfiehlt TCM-Ärztin Wen das vorbeugende Üben der Meridian-Gymnastik (Video): „Nach den Lehren der Chinesischen Medizin muss das Qi im Körper frei fließen können, damit wir gesund sind und auch gesund bleiben.“

Folgender Vergleich soll die Heilwirkung verdeutlichen: So wie westliche Ärzte aus einer Vielzahl von Medikamenten ein bestimmtes Präparat auswählen und verschreiben, kann ein TCM-Therapeut seinem Patienten eine individuelle Meridian-Bewegung verordnen um eine Blockade zu lösen.

Bei schweren Krankheiten, etwa Brustkrebs, sollen die Übungen die Heilung unterstützen. Dr. Wen versucht die schwierigen Zusammenhänge bei ihrem Unterricht auch für Laien verständlich zu erklären: „Der Leber-Meridian ist unter anderem für die Hormone zuständig und er verläuft direkt durch die Brust.“ Das heißt: Eine ganz bestimmte Dehnung oder Körperdrehung aktiviert genau die Bahn, die für die Leber „zuständig“ ist.

Wichtig: „Die Übungen können nur helfen und heilen, wenn sie exakt ausgeführt werden.“ Deshalb sollte der Lehrer ein Experte auf dem Gebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin sein – denn ein Schwerpunkt der jahrelangen Ausbildung gilt dem komplexen Meridian-System, dem Studium der exakten Lage aller Energielinien, die auch für die Akupunktur-Behandlung wichtig sind.

 

Quelle: www.gesundesleben.at




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