Achten Sie auf Ihr Herz!

Herzerkrankungen

Der Ausdruck „Herzerkrankung” umfasst ein breites Spektrum an verschiedenen, das Herz betreffenden Erkrankungen. In der westlichen Hemisphäre ist die häufigste Herzerkrankung die koronare Herzerkrankung (Erkrankung der Herzkranzgefäße), die zu einem Herzinfarkt und anderen ernsthaften Zustandsbildern führen kann.

Die koronare Herzerkrankung

Wie schon oben erwähnt, handelt es sich hierbei um die häufigste Art der Herzerkrankung. Sie tritt auf, wenn die Herzkranzgefäße, welche den Herzmuskel mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, verhärten und verengen aufgrund von „Verkalkung“ selbiger. Diese Verkalkung der Herzkrankgefäße tritt im Rahmen der sog. Atherosklerose auf, die auch andere Gefäße im menschlichen Organismus befällt, also keinesfalls bei den Herzkranzgefäßen halt macht. Diese Verkalkungen bestehen aus einer Mischung aus Fetten (Cholesterin und andere Fette). Durch eine solche Verkalkung kann also der Blutfluß reduziert oder vollständig blockiert werden. Außerdem können sich diese Verkalkungen von der Gefäßwand lösen und mit dem Blut verklumpen um dann Arterien zu blockieren, was zum Herzinfarkt führen kann. Die Angina pectoris (wörtlich übersetzt bedeutet das „die Enge in der Brust“ – deutet auf das Symptome eines Engegefühls in der Brust bei Auftreten dieser Erkrankung hin) tritt auf, wenn der Herzmuskel mit Blut unterversorgt wird und ist oft einer der ersten Vorboten einer schwerwiegenderen Erkrankung des Herzmuskels.

 

Die koronare Herzerkrankung schwächt im Laufe der Zeit den Herzmuskel und kann zu unregelmäßigem Herzrhythmus und zu einer Herzschwäche führen. Bei Auftreten einer Herzschwäche ist das Herz nicht mehr im Stande, die Menge an Blut zu pumpen, die für den Organismus erforderlich wäre.

 

Bei Auftreten eines Engegefühls in der Brust oder eines Brustschmerzes muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann Tests und Untersuchungen durchführen (wie das Anfertigen eines Elektrokardiogramms oder die Interpretation verschiedener Blutwerte), die einen Herzinfarkt von vergleichsweise harmlosen, anderen Ursachen zu unterscheiden vermögen. Manchmal bedarf es auch der Durchführung eines sog. „Leistungs-EKGs“. Hier passiert nichts anderes als die Simulation einer erhöhten  Belastungssituation für das Herz, in der eine mögliche latente (unterschwellig existente) Unterversorgung des Herzmuskels demaskiert werden kann. Erkennt der behandelnde Arzt eine solche, ist zumeist die Durchführung einer Herzkatheteruntersuchung indiziert – bei vorliegen eines Herzinfarktes wird dies, mit bestimmten Ausnahmen, fast immer der Fall sein. Dabei wird zumeist über ein über die Leistenarterie eingeführtes, flexibles Röhrchen eine Flüssigkeit in der Nähe der Herzkranzgefäße injiziert, mit der sich diese darstellen lassen und etwaige Veränderungen auch visualisieren lassen. Da sich über dieses Röhrchen auch verschiedenes Instrumentarium einführen lässt, wird im Rahmen einer solchen Untersuchung bei Vorliegen einer Verengung diese dann auch gleich aufgedehnt. Wichtig für Personen mit der Diagnose einer koronaren Herzerkrankung ist der vollständige Überblick über deren Risikofaktoren und wenn möglich deren Vermeidung oder medikamentöse Behandlung. Anfangs und vor Beginn einer Behandlung mit Medikamenten wird zumeist eine Umstellung der Lebensgewohnheiten angeraten. In manchen Fällen wird eine medikamentöse Behandlung aber schon vom Zeitpunkt der Diagnose an notwendig sein. Risikofaktoren bzw. Zustandsbilder, die medikamentös behandelbar sind, sind beispielsweise ein hoher Cholesterinspiegel, erhöhter Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, usw. ….

 

Prinzipiell kann jeder Mensch für sich selbst versuchen, die Anzahl der Risikofaktoren, die auf ihn zutreffen, auf ein Minimum zu reduzieren. Personen, die bereits an einer koronaren Herzerkrankung leiden, sollten besonderes Augenmerk darauf legen.



Der Herzinfarkt

Der Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt, tritt dann auf, wenn die Blutzufuhr zum Herzmuskel stark reduziert oder komplett blockiert wird. Bei Vorliegen eines solchen Zustandsbildes beginnen die Herzmuskelzellen, aufgrund einer Mangelversorgung mit Nährstoffen und insbesondere Sauerstoff, abzusterben. Je mehr Zeit zwischen Auftreten der Beschwerden und dem Beginn der Behandlung vergeht, desto größer wird der am Herzmuskel verursachte Schaden sein. Ein solcher kann Herzrhythmusstörungen, ein Einreißen des Herzmuskels oder einen Herzstillstand mit Todesfolge zur Folge haben.

 

Als häufigste, dem Herzinfarkt zugrunde liegende Ursache, gilt heutzutage die koronare Herzerkrankung. Der Herzinfarkt ist lebensbedrohlich und ein absoluter Notfall und bedarf auch einer solchen Behandlung. In manchen Fällen kann eine Wiederbelebung und/oder die Anwendung eines automatischen, externen Defibrillators, eines Gerätes, das bestimmte Arten von Herzrhythmusstörungen aufzuheben vermag und sich bereits an einigen öffentlichen Plätzen auffinden lässt, notwendig werden. Auf jeden Fall muss umgehend der Rettungsdienst verständigt werden. Folgeerscheinungen eines Herzinfarktes können Herzrhythmusstörungen oder Reduktion der Pumpleistung des Herzens sein. Dies erhöht auch das Risiko für einen Schlaganfall. Nach einem Herzinfarkt sollte man in jedem Fall mit seinem Arzt über seine Einschätzung für das Ausüben körperlicher Aktivitäten reden. Änderung des Lebensstils, wie beispielsweise Veränderungen in der persönlichen Diät oder Einstellen des Rauchens sind in jedem Fall angezeigt.


Dr. Luttersdorfer




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