Gesunde Durstlöscher

Besser trinken
wassertrinken - © colourbox.com
© colourbox.com

Wasser gilt als gesündestes Getränk überhaupt. Doch bei selbst hergestelltem Sprudelwasser sieht das schon anders aus. Wir verraten, was Sie sonst noch über Wasser wissen sollten und wo in Hessen es das beste Leitungswasser gibt.

Welche sind die besten Durstlöscher?

Die besten Durstlöscher sind Wasser und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees - genau wie stark verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Dabei sind gute Mineralwässer am gesündesten. Danach kommen stark verdünnte Obst- und Gemüsesäfte und an dritter Stelle die ungesüßten Kräuter- und Früchtetees. Viele Mineralwässer und in geringerer Menge auch manches Leitungswasser enthalten jede Menge gesunde Mineralstoffe, die wichtig sind, damit Muskeln und Stoffwechsel funktionieren. Die wichtigsten sind Calcium, Magnesium und Natrium. Calcium z. B. ist wichtig für den Knochenaufbau. Magnesium hält die Muskeln in Schwung und beugt Krämpfen vor. Natrium dagegen regt den Kreislauf an. In einem Glas reinen Fruchtsaft stecken viele lebensnotwenige Vitamine und Mineralstoffe. Zwei Esslöffel Sanddornsaft z. B. decken bei einem Erwachsenen bereits den Tagesbedarf an Vitamin C. Außerdem enthalten Beerensäfte und vor allem Gemüsesäfte jede Menge sekundärer Pflanzenstoffe. Sie wirken bei regelmäßigem Genuss krebsvorbeugend, entzündungshemmend und senken den Cholesterinspiegel. Dennoch sollten Sie reinen Fruchtsaft am besten nur verdünnt und in Maßen trinken, denn er enthält bis zu 8-10% natürlichen Fruchtzucker und damit bis zu 500 kcl pro Liter.

Bei fertig gemixten Schorlen aus dem Supermarkt ist Vorsicht geboten. Viele Hersteller verwenden aus Kostengründen Wässer mit einem geringen Mineralstoffgehalt. Außerdem haben die "Fertigmischungen" häufig einen hohen Zuckeranteil - ähnlich wie Fruchtsaftgetränke, bei denen der Inhalt oft zu höchstens 30% aus Saft besteht. Auch zuckerhaltige Limonaden und Cola eignen sich wegen ihres hohen Zucker- und Energiegehaltes nicht zum Durstlöschen. Das gleiche gilt für alkoholische Getränke. Gerade bei hohen Temperaturen belasten diese den Kreislauf und regen die Nierenfunktion an, was zu einem zusätzlichen Flüssigkeitsverlust führt.

Gerade bei großer Hitze Finger weg auch von Kaffee oder schwarzem Tee: Das enthaltene Koffein erschwert dem Körper die Flüssigkeitsaufnahme. Kräuter- und Früchtetees dagegen sind nicht nur erfrischend, sondern auch gut verträglich. Auch sie versorgen den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen, wenn sie mit einem entsprechend guten Wasser zubereitet werden.

Welche sind die häufigsten Trink-Irrtümer?

"Leitungswasser ist dreckig":
Deutsches Leitungswasser hat im Vergleich mit anderen europäischen Ländern nicht nur eine gute Qualität, sondern ist auch hygienisch absolut einwandfrei. Wie es beschaffen sein muss, regelt die Trinkwasser-Verordnung. Für viele Inhaltsstoffe sind darin Grenzwerte und Bestimmungen festgelegt. Die Grenzen sind so gewählt, dass die tägliche Aufnahme der jeweiligen Stoffmenge beim Genuss von 2 Litern Trinkwasser lebenslang gesundheitlich unbedenklich ist. Gut zu wissen: Kontrolliert wird nur in der "Abgabestelle", also im Wasserwerk. Ob das Wasser dann durch Blei- oder Kupferleitungen geflossen ist, wenn es beim Verbraucher ankommt, wird nicht überprüft. Hier ist Vorsicht geboten, denn besonders Bleileitungen können sehr gesundheitsschädlich sein. Außerdem sind Kalkablagerungen in den Leitungen ein hervorragendes Umfeld für Bakterien! Deshalb: Unbedingt beim Vermieter nachfragen, ob sich in Ihrem Haus noch Bleileitungen befinden. Außerdem sollten Sie einmal pro Monat die Siebe an den Wasserhähnen mit Zitronensäure entkalken. Je "härter" das Leitungs-wasser, desto gesünder ist es. Trotzdem enthält selbst Leitungswasser mit dem Härtegrad 4 zusammengenommen nicht viel mehr als 150 mg Calcium und Magnesium pro Liter, und damit wesentlich weniger Mineralstoffe als ein gutes Mineralwasser. Die genaue Zusammensetzung Ihres "Hauswassers" können Sie beim zuständigen Wasserversorger erfragen.

"Viel hilft viel":
Das ist - wie wir schon aus anderen Lebensbereichen wissen - auch im Zusammenhang mit dem Trinken falsch. Ein gesunder Erwachsener kann in gemäßigten Breitengraden unter normalen Bedingungen mit 1,5 -2 Litern pro Tag gut auskommen. Mehr schadet in der Regel nicht, hilft dann aber auch nichts. Übrigens: Wer sich gesund ernährt, kann einen guten Teil des täglichen Flüssigkeitsbedarfs durch die Nahrung abdecken. Eine Gurke beispielsweise besteht zu über 95% aus Wasser. Auch Tomaten, Melonen, Zitrusfrüchte und viele andere Obst- und Gemüsesorten sowie Joghurt und andere Milchprodukte haben einen hohen Wasseranteil. Erst wenn der Flüssigkeitsverlust steigt, müssen wir mehr trinken. Also zum Beispiel im Sommer und bei körperlicher Belastung, dann schwitzen wir nämlich mehr, und auch bei Krankheiten, wie fiebrigen Infekten und Durchfall. Wichtig: Da der Körper hierbei nicht nur Wasser verliert, sondern auch wichtige Mineralsalze, müssen wir auch diese ersetzen - z. B. durch Mineralwasser mit einem hohen Gehalt an Natriumchlorid (bis zu 2,5 g/l). An heißen Tagen verliert ein Erwachsener über den Schweiß ohne größere Anstrengung ca. 1-3 g Natriumchlorid. Wichtig: Bei älteren Menschen lässt das Durstgefühl nach. Um trotzdem auf mindestens 1,5 Liter pro Tag zu kommen, kann es z. B. helfen, immer ein volles Glas griffbereit zu haben und sich nach dem Trinken gleich nachzuschenken. Flüssigkeitsmangel kann nicht nur Stoffwechselvorgänge lahm legen, sondern auch zu Vergesslichkeit führen.

Welches Mineralwasser sollten Sie zum Essen servieren?
Das ideale Mineralwasser, das zum Essen serviert wird, sollte Kohlensäure enthalten, viel Hydrogencarbonat und, falls man zu Verstopfung neigt, Sulfat. Kohlensäure unterstützt und stärkt die Durchblutung der Magenschleimhäute, Nährstoffe aus der Nahrung können so besser in die Blutbahn gelangen. Hydrogencarbonat puffert überschüssige Magensäure ab und man bekommt nicht so schnell Sodbrennen. Sulfat beugt Verstopfungen vor. Empfehlenswert zu einem Essen sind daher 2-3 Gläser Mineralwasser.

Wie empfehlenswert sind sogenannte "Smoothies"?
Diese kleinen Getränke sind eine gute Alternative für alle Obst- und Gemüsemuffel. Denn die Produkte enthalten keine Konservierungsstoffe und bestehen nur aus Obst bzw. Fruchtpüree. Die tägliche Portion Obst und Gemüse ersetzen sie natürlich nicht, aber sie können bis zur Hälfte der Tagesration ersetzen. Und nicht vergessen: Nach dem Genuss von Smoothies Zähne putzen!

Wie gut ist selbstgemachtes Sprudelwasser?
Seit einigen Jahren gibt es verschiedene Geräte auf dem Markt, mit denen man ganz einfach aus Leitungswasser Sprudelwasser zaubern kann. Die Preise für solche Geräte liegen ab ca. 40 €. Doch Vorsicht! Die Maschinen machen aus Leitungswasser kein Mineralwasser, sondern sie versetzen Leitungswasser lediglich mit Kohlensäure oder Geschmacks- und Farbstoffen. Somit haben Sie - je nach Leitungswasserqualität - meist nur ein mineralstoffarmes, sprudeliges Getränk. Dazu kommt: Die zur Maschine gehörigen Plastikflaschen sind nicht besonders hitzebeständig und können deshalb nicht in der Spülmaschine bei höheren Temperaturen gereinigt werden. Die Folge: Die Plastikmehrwegflaschen entwickeln sich nach längerem Gebrauch zu wahren Keimbomben. Versüßen Sie das Ganze noch mit Sirup, bildet sich so ein idealer Nährboden für gesundheitsschädliche Keime. Auch Glasflaschen lösen dieses Problem nicht, denn in den Schläuchen und Zwischenräumen des Wasseraufbereiters setzen sich die Bakterien trotzdem fest. Außerdem ist selbstgemachtes Sprudelwasser in der Regel nicht günstiger als das gekaufte Mineralwasser. Denn das Gerät zum "Selbermachen" benötigt regelmäßig neue Kartuschen und die sind teuer. Deshalb: Besser Finger weg von Wasseraufbereitern!

 

Quelle: www.hr-online.de




» zurück
 
Schriftgröße:
A A A