Rückenschmerzen: Bewegung heilt

Rückenschmerzen, Osteoporose und Übergewicht haben Eines gemeinsam: Mehr Bewegung ist in diesen Fällen die beste Therapie. Alles über die richtige Dosis Sport erfahren Sie von den ehemaligen Skirennläufern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther in ihrem neuem Buch.
"Leben heißt bewegen, körperlich wie geistig", heißt es in dem neuen Werk "Die Heilkraft des Sports". Die Autoren verweisen darauf, dass unsere Physis nach wie vor von "Steinzeit-Genen" dominiert wird: Stellen wir uns die gesamte Menschheitsgeschichte als 24-Stunden-Tag vor, so waren wir bis kurz vor Mitternacht Jäger und Sammler. Diese legten am Tag mindestens zehn Kilometer zu Fuß zurück, um ihr Überleben zu sichern. Genetisch nach wie vor auf intensive Bewegung programmiert, hemmt ein inaktiver Lebensstil unseren Stoffwechsel und macht Rückenschmerzen, Osteoporose und Übergewicht wahrscheinlicher.

Rückenschmerzen sind nicht immer ein rein mechanisches Problem. Auslösend und verstärkend können Bewegungsmangel, schlechte Haltung genauso wie psychosoziale Probleme sein. Als Vorbeugung empfiehlt sich deshalb ein regelmäßiges Dehnungs- und Kräftigungstraining. Besonders einseitig ausgebildete Rückenmuskulatur sowie ein oftmals zu schwach trainierter Bauch sind häufige Problemzonen. Denn gut ausgebildete Rumpfmuskeln und ein muskuläres Gleichgewicht geben chronischen Rückenschmerzen keine Chance.

Rosi Mittermaier und Christian Neureuther empfehlen, sich von einem Physiotherapeuten ein auf die individuellen Schwächen und Bedürfnisse ausgerichtetes Programm aus Kräftigungs- und Dehnungsübungen für den Rücken zusammenstellen zu lassen. Die Rückenübungen sind dann am effektivsten, wenn sie regelmäßig, am besten mehrmals wöchentlich, praktiziert werden.

Muskel- und Knochenmasse stehen in einem direkten Zusammenhang. Je mehr Muskelmasse jemand hat, desto weniger Sorgen muss er sich um altersbedingte Osteoporose, also Knochenschwund, machen. Dazu sollte man wissen, dass ab dem 30. Lebensjahr die Knochenmasse bei jedem Menschen, der nicht gegensteuert, automatisch abnimmt: Männer verlieren im Schnitt 0,3 Prozent, Frauen sogar noch etwas mehr, 0,5 Prozent ihrer Knochenmasse pro Lebensjahr.

Unsere Skelettdichte baut sich also mit den Lebensjahren langsam, aber stetig ab. Die Knochen verlieren zunehmend an Dichte, was uns anfälliger für Verletzungen und Brüche macht. Als Osteoporose-Vorbeugung empfehlen sich Sportarten, bei denen der Körper gegen die Schwerkraft bewegt werden muss, also alle Geh- und Laufsportarten wie Wandern, Walken oder Jogging. Radfahren und Schwimmen gelten als weniger geeignet zur Knochenschwund-Vorbeugung. Dagegen sehen die Buchautoren gezieltes Krafttraining als probates Gegenmittel an.

Auch das Risiko von Übergewicht und der vielen damit in Zusammenhang stehenden Folgebeschwerden kann man mit dem richtigen Lebensstil erheblich senken. Denn es hängt zwar zu 25 bis 40 Prozent von den Genen ab, ob jemand permanent zu viele Kilos auf die Waage bringt oder nicht. Dennoch kann man mit Sport gezielt vorbeugen.

Der wichtigste Effekt liegt hier nicht unbedingt beim Abnehmen. Mittermaier und Neureuther verweisen vielmehr darauf hin, dass regelmäßige Aktivität dabei hilft, das Idealgewicht langfristig zu halten. Diesen Schluss legt eine Studie nahe: Nachdem die Teilnehmer im Schnitt 28 Kilo abgenommen hatten, nahmen die Unsportlichen in den nächsten beiden Jahren durchschnittlich fast 60 Prozent ihres Gewichts wieder zu. Diejenigen, die regelmäßig Nordic Walking betrieben, lediglich 24 Prozent. Neben Nordic Walking empfehlen die Autoren zu Fettleibigkeit neigenden Menschen generell sanfte Ausdauersportarten wie Schwimmen und Rad fahren.

 

Quelle: www.gesundesleben.at




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