Schritt für Schritt ins Gleichgewicht

Ein neuer Trend für alle, die mit Walking oder Jogging mehr als nur körperliche Fitness erreichen wollen, ist das so genannte Medi-Walking: Gehen und gleichzeitig meditieren.
Bewegung ist gesund. Vom Joggen oder Walken profitiert der Körper beachtlich: Die Durchblutung des Organismus wird angeregt, die Reaktionsgeschwindigkeit des Gehirns wird erhöht und das Denkvermögen gesteigert, insgesamt können das Krankheitsrisiko ganz allgemein gesenkt und die Lebenserwartung gesteigert werden.

Bewusst wahrgenommen ist das Gehen aber weitaus mehr. Aus dem Schamanismus überlieferte meditative Gehtechniken unterstützen Geist und Seele dabei, Abstand zum Alltag zu gewinnen. Die Sorgen werden quasi stehengelassen und bleiben zurück, die Sinne öffnen sich für Farben, Gerüche und Töne, die eigene Lebendigkeit wird bewusst wahrgenommen.

Wer sich auf eine meditative Gangart einlässt, erfährt Neues über das Gehen, aber auch Neues über andere Bereiche und Aspekte des Lebens. Man lernt die körperliche Aktivität des Gehens mit einer bewusst auf die Magie der Natur gerichteten Aufmerksamkeit zu verbinden.

Beim Gehen kann man die eigene Beziehung zu Phänomenen wie Sonnenlicht und Schatten, Spiegelungen, Wind und Wasser, Feuer, Gerüchen und Lebewesen erforschen und sich mit dem Netz des Lebendigen verbinden. Und das ist ganz ohne teure technische Ausrüstung möglich. Im Prinzip reicht es, so zu gehen, wie uns dies in die Wiege gelegt wurde.

Die folgende Gehtechnik ist eine Grundübung, auf der viele andere weiterführende Übungen basieren. Richtig gemacht, kann sie zu tiefen Erfahrungen in und mit der Natur führen. Das wichtigste bei der Gangart der Stille ist die Körperhaltung, die Sie unmittelbar vor dem ersten Schritt einnehmen. Von Schamanen wird sie häufig als Fuchshaltung bezeichnet:

  • Stellen Sie sich gerade hin, die Füße etwa schulterbreit auseinander.
  • Gehen Sie nun mit dem linken Fuß einen Schritt vorwärts, lassen Sie dabei aber den rechten Fuß stehen.
  • Neigen Sie den Oberkörper leicht nach vorne, belassen aber den größten Teil Ihres Gewichts auf dem hinteren Fuß.
  • Lassen Sie die Arme seitlich herunterhängen.
  • Nehmen Sie nun eine Ihnen angenehme und bequeme Handhaltung Ihrer Wahl ein, die Sie während der gesamten Übung beibehalten sollten – zum Beispiel eine lockere Faust mit dem Daumen außen. Oder: Sie strecken zwei oder drei Finger und halten die anderen gekrümmt. Sinn dieser bewussten Handhaltung ist, dass Sie gezwungen sind, beim Gehen ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit auf Ihre Handhaltung zu richten. Sie müssen darauf achten, Ihre Handhaltung beizubehalten.
  • Atmen Sie jetzt dreimal tief ein und aus und sprechen Sie laut aus, was Sie mit dieser Übung beabsichtigen. Damit sammeln Sie Ihre Aufmerksamkeit. Ihr Vorhaben wird von der Kraft Ihrer Stimme und Worte unterstützt.
  • Nun beginnen Sie, in Stille zu gehen, immer das Gewicht mehr auf dem hinteren als auf dem vorderen Fuß.
  • Finden Sie einen Geh-Rhythmus, der Ihnen in diesem Augenblick entspricht. Tempo spielt absolut keine Rolle. Es geht ausschließlich darum, einen natürlichen Rhythmus zu finden.
  • Konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Atem. Versuchen Sie, diesen dem Rhythmus Ihrer Schritte anzupassen.
  • Nun beginnen Sie konzentriert all Ihre Sinne auf Ihre Umgebung zu richten. Nehmen Sie die Geräusche und Gerüche, Farben und Formen wahr. Wenn Gedanken dabei auftauchen, unterbinden Sie sie nicht, schenken Sie ihnen aber auch keine besondere Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sie einfach zur Kenntnis, als wären sie ein Teil der Töne um Sie herum.
  • Zum Schluss achten Sie darauf, wie sich Ihr Körper beim Gehen fühlt. Das Gehen in Stille macht es möglich, Wissen, Einsichten und Erkenntnisse über das Erfühlen und Erspüren mit dem Körper zu erfahren. Mit der Zeit macht es Ihnen immer weniger Mühe, Ihren Gehrhythmus mit der Atmung zu synchronisieren.

 

Quelle: www.gesundesleben.at




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